Insbesondere bei Großschadenslagen und Ereignissen mit außergewöhnlich vielen Einsatzstellen werden die Führungsstrukturen der Freiwilligen Feuerwehren vor besondere Herausforderungen gestellt. Hierbei kommen Arbeitsweisen zum Einsatz, die über das alltägliche Einsatzgeschehen deutlich hinausgehen.

Um für großflächige Unwetterschäden, Großbrände und Naturkatastrophen die korrekten Vorgehensweisen zu trainieren, durfte der Führungsdienst der Feuerwehr Dieburg einen externen Referenten begrüßen, welcher in vier Szenarien unterschiedlicher Größe die Abläufe innerhalb der Technischen Einsatzleitung unter die Lupe nahm. Dabei wurden die Einsatzabläufe mithilfe ausgedachter Lagen an reellen Objekten im Stadtgebiet simuliert und diese durch die Führungskräfte bis zum Ende abgearbeitet.

Während dieser mehrstündigen Ausbildung wurde der Schwierigkeitsgrad von einem Feuer in einer Tiefgarage über den Großbrand eines Industriebetriebes bis zu einer flächendeckenden Unwetterlage mit annähernd 40 komplexen Einsatzstellen stets gesteigert.

Hierzu kamen modernste digitale Techniken zum Einsatz, bei denen mithilfe einer virtuellen Realität Einsatzszenarien – wie etwa Rauch, Feuer oder Explosionen – in Bilder- und Videosequenzen von echten Objekten eingespielt wurden.

Ziel dabei war es, die bestehenden Führungsstrukturen anhand von komplizierten Lagen auf die Probe zu stellen und alternative Vorgehensweisen zu erarbeiten. Adressiert war die Ausbildung aus diesem Grund an die Stadtbrandinspektoren und Zugführer, welche im Einsatzdienst mit Einsatzleitung oder gar Stabsarbeit betraut sind.

Auch Mitarbeiter der IuK-Gruppe, deren Aufgabe die Besetzung der Zentrale und Führungsunterstützung ist, nahmen an der Übung teil, um die Abläufe der Stabsarbeit zu proben.

Nach einer umfassenden Aufarbeitung am Ende des umfassenden Übungstages konnten zwar einige Möglichkeiten zur Verbesserung der Abläufe ausgemacht werden; insgesamt wurde jedoch eine zielgerichtete und überaus professionelle Arbeitsweise der Beteiligten bescheinigt, die darauf hoffen lässt, dass im Falle einer Großschadenslage allzu chaotische Zustände ausbleiben.