Datum: 11 Januar, 2026 um 11:19 Uhr
Alarmierungsart: TME
Dauer: 8 Stunden 41 Minuten
Einsatzart: Brandeinsatz > F 2
Einsatzort: Dieburg/Hohe Straße
Fahrzeuge: ELW, LF 20, DLK 23/12, TLF 20/40 SL, GW-L, FLF, AB-AS, AB-SE, HLF 20, KdoW, LF 10 KatS, MTF 1, PKW 1
Weitere Kräfte: Betriebshof, Brandschutzaufsichtsdienst, Bürgermeister, e-netz Südhessen, Feuerwehr Groß-Zimmern, Feuerwehr Münster, NEF, Polizei, RTW, SEG DRK, SEG JUH, THW, ZVG Wasserwerk


Einsatzbericht:

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Dieburg wurden zunächst zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage alarmiert. Kurz vor dem Ende dieses Einsatzes meldete die Leitstelle einen weiteren Einsatz: einen Dachstuhlbrand im Stadtgebiet. Ohne Zeitverzug rückten die bereits eingesetzten Kräfte zur neuen Einsatzstelle ab.

Bereits während der Anfahrt war eine massive Rauchwolke sichtbar, woraufhin umgehend ein Alarm für alle dienstfreien Kräfte ausgelöst wurde. Beim Eintreffen an der Einsatzstelle wurde ein Bewohner aus dem Gebäude gerettet und dem Rettungsdienst übergeben.

Die Drehleiter wurde unverzüglich in Stellung gebracht. Dennoch zündete der Dachstuhl des eingeschossigen Wohngebäudes nahezu vollständig durch und brannte innerhalb weniger Minuten auf einer Länge von rund 30 Metern. Aufgrund des rasanten Brandverlaufs wurde zusätzlich der Teleskopmast der Feuerwehr Münster nachgefordert.

Wegen der enormen Rauchentwicklung wurde über das Modulare Warnsystem (MoWaS) eine Warnmeldung an die Bevölkerung herausgegeben. Anwohner wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Trotz des massiven Personaleinsatzes waren die Einsatzmöglichkeiten der Feuerwehr Dieburg schnell ausgeschöpft, sodass die Feuerwehren Groß-Zimmern und Münster zur Unterstützung alarmiert wurden. Die interkommunale Zusammenarbeit funktionierte dabei reibungslos und trug maßgeblich zum Einsatzerfolg bei.

Über die Drohne der Feuerwehr Münster, ausgestattet mit einer Wärmebildkamera, konnte die Brandausbreitung engmaschig überwacht werden. Die Livebilder wurden direkt an die Einsatzkräfte übertragen und ermöglichten eine gezielte Einsatzführung.

Im Brandobjekt waren größere Mengen Holzbriketts gelagert, die über einen längeren Zeitraum glimmten und eine erhebliche Brandlast darstellten. Aufgrund des einsturzgefährdeten Daches war ein Ablöschen ausschließlich von außen möglich, was zunächst nur begrenzten Löscherfolg zeigte. 

Im weiteren Einsatzverlauf stürzten Teile des Daches ein, sodass ein Betreten des Gebäudes für die Einsatzkräfte nicht mehr möglich war. Unter massivem Personaleinsatz gelang es jedoch, eine Brandausbreitung auf eine angrenzende Werkstatt zu verhindern. In einem Garagenbereich kam es zwischenzeitlich zu mehreren Verpuffungen.

Über den Betriebshof Groß-Zimmern konnte kurzfristig ein geeigneter Bagger organisiert werden, mit dessen Hilfe die Brandlast aus dem Gebäude gezogen und außerhalb mit Wasser und Netzmittel vollständig abgelöscht werden konnte.

Aufgrund der komplexen Stromversorgung im betroffenen Bereich wurde das Technische Hilfswerk (THW) hinzugezogen. In gemeinsamer Kleinarbeit mit dem Energieversorger e-netz Südhessen konnte sichergestellt werden, dass ein nicht betroffenes Wohngebäude weiterhin mit Strom versorgt blieb und die dortigen Bewohner in ihren Wohnungen verbleiben konnten. Zusätzlich trennte e-netz Südhessen die Stromversorgung der unmittelbar vom Brand betroffenen Gebäude. Durch den Wasserversorger ZVG wurde die Wasserversorgung im Gefahrenbereich unterbrochen.

Die vorherrschenden Minustemperaturen führten dazu, dass Löschwasser auf Verkehrsflächen und um die Einsatzfahrzeuge gefror. Die städtischen Betriebshöfe Dieburg und Groß-Zimmern unterstützten die Einsatzkräfte hierbei über mehrere Stunden hinweg unkompliziert und engagiert durch wiederholtes Abstreuen der Einsatzstelle.

Im nahegelegenen Mediencampus der Hochschule Darmstadt (h_da) konnten Unterkünfte für Einsatzkräfte sowie für Betroffene eingerichtet werden. Die Betreuungsgruppe der Johanniter stellte Getränke und Verpflegung bereit. Der DRK-Ortsverein Dieburg war mit mehreren Fahrzeugen vor Ort, sichtete betroffene Personen und stellte die sanitätsdienstliche Absicherung der Einsatzkräfte sicher. Glücklicherweise blieben alle Einsatzkräfte unverletzt.

Auch Bürgermeister Frank Haus sowie der Brandschutzaufsichtsdienst mit dem Kreisbrandinspektor machten sich vor Ort ein Bild der Lage. Das Brandobjekt ist unbewohnbar und einsturzgefährdet. Die Bewohner des betroffenen Gebäudes kamen bei Angehörigen und Freunden unter.

Nach Abschluss der Maßnahmen wurde die Einsatzstelle an die Polizei übergeben. Eine Brandnachschau wurde angeordnet. Die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft im Feuerwehrstützpunkt zog sich bis etwa 20:00 Uhr hin.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Südhessen

Pressebericht Echo-Online

Pressebericht Main-Echo