Datum: 27. August 2021 um 14:00
Alarmierungsart: Telefon
Dauer: 54 Stunden
Einsatzart: KatS-Alarm
Einsatzort: Dernau
Fahrzeuge: GW-L, WLF 1, AB Mulde, LF 10 KatS


Einsatzbericht:

Nachdem wir nun das dritte Mal ein Wochenende in Dernau verbracht haben, wollen wir diesmal ein wenig mehr darüber berichten.  

In der Regel erfolgen mittwochs die Abstimmungen mit den Verantwortlichen vor Ort, um gravierende Veränderungen vor Ort und mögliche Bedarfe zu besprechen.  Sowohl bezüglich der Infrastruktur als auch der anstehenden Arbeiten gibt es hier nahezu täglich Veränderungen. War am Mittwochmittag noch der Plan, den Estrich mittels mitgeführtem Kleinbagger in der Fahrzeughalle zu entfernen, so musste dies im Laufe des Nachmittags wieder umgeplant werden, da noch keine Freigabe der Versicherung vorliegt – und das, obwohl Gutachter bereits den Totalschaden des Bodens festgestellt haben. Also wurde der Kleinbagger abgesagt, aber auch so blieb noch genug Putz und Estrich in den Nebenräumen auf der Agenda.

Bereits im Laufe des Freitagmorgen wurde dann unser Gerätewagen Logistik mit allerhand Werkzeug beladen. Um 14 erfolgte dann das Treffen mit den Mitfahrern und die letzten Dinge wie Feldbetten, Schlafsäcke, Einsatzkleidung und privates Gepäck wurden verlastet. Pünktlich um 14:30 Uhr erfolgte die Abfahrt mit den Fahrzeugen LF10 KatS, GW-Logistik und Wechsellader 1 mit Abrollbehälter Mulde. Da wir in den vergangenen Wochen mit den mobilen Stromerzeugern ausgekommen sind, wurde unser Flutlichtfahrzeug diesmal daheim gelassen.

Nach gut 3 ¼ Stunde Fahrt haben wir unser Ziel, das Feuerwehrhaus Dernau, erreicht. Am Freitagabend erfolgte dann die Vorbereitung des Feuerwehr-Stützpunktes als Nachtlager – Grobreinigung und Aufbau der Feldbetten in der Fahrzeughalle. Weiterhin wurden relevante Punkte im Ort besichtigt und die weitere Planung für die kommenden Tage abgestimmt.

Am nächsten Morgen erfolgt wie immer ein sanftes Wecker durch die ersten Bagger und LKW´s gegen 7 / 7:30 Uhr. Nach dem Frühstück wurde damit begonnen, den Estrich in den Nebenräumen des Feuerwehrhauses zu entfernen. Nachdem am frühen Vormittag weitere private Helfer dazukamen, konnten wir die Arbeiten an Estrich und Putz an diese übergeben. Trotz allem wurde es nie langweilig. Es wurde im Laufe des Tages ein Öltank im Haus zersägt und entfernt, eine Alarmierung zu einem Verkehrsunfall abgearbeitet, verschiedene Wasserlieferungen für Reinigungsarbeiten ausgeführt und diverse Anfragen am Stützpunkt selbst erledigt. Zwischen 18:00 und 19:15 Uhr gingen wir etappenweise zum Abendessen, um als Tagesabschluss dann noch die Turnhalle, in welcher derzeit täglich eine Kinderbetreuung durch die Johanniter erfolgt, zu putzen. Wenn auch wir mit reichlich Wasser und Putzmittel dem Dreck zu Leibe rückten, so ist selbst nach dem Wischen sofort wieder ein Schleier vorhanden. Die Kinder freuten sich am nächsten Tag zwar über die doch sauberere Halle, dennoch ist es traurig mit anzusehen, in welchem Dreck die Kinder spielen müssen.

Auch der Sonntag verlief ganz ähnlich. Um 7:45 Uhr war aufstehen und Frühstück angesagt. Im Laufe des Tages wurden mehrere Versuche unternommen, einen 8mm starken Stahl-Öltank zu beseitigen – dieses Unterfangen mussten wir leider zunächst aufgeben, haben aber eine Möglichkeit identifiziert und werden uns am kommenden Wochenende darum kümmern. Mit unserer Mulde wurden diverse Entsorgungsfahrten zur Unterstützung anderer Feuerwehren und des THW durchgeführt. Und zwischenzeitlich wurde ein weiterer Einsatz, wonach Öl in eine Baugrube lief, bearbeitet.  Nach dem Mittagessen waren einige Kameraden nach wie vor mit der Mulde unterwegs, während schon mal grob begonnen wurde, das Feuerwehrhaus grob zu reinigen und auf den ursprünglichen Zustand zu bringen. Pünktlich um 16 Uhr konnten wir die Heimreise antreten, nachdem die Dernauer Fahrzeuge wieder in der Halle Platz gefunden hatten.  Gerade auf dem Weg talauswärts erhielten wir einen Anruf des THW. Diese hatten uns am Vormittag mit Versuchen zur Beseitigung des Stahltanks unterstützt und brauchten nun Unterstützung. Da war für uns klar, dass wir unsere Heimfahrt aufschieben. Glücklicherweise konnten wir das Thema dann mit Hilfe eines Wasserwerfers der Polizei sehr zügig lösen und mit ca. 30 Minuten Verspätung die Heimreise antreten. Auf der Arbeitsebene erfolgt die Abstimmung zwischen Hilfsorganisationen und privaten Helfern vor Ort ausgezeichnet und sehr kurzfristig. Leider scheint dies immer schwieriger bzw. langwieriger zu werden, je weiter man in der Hierarchie nach oben geht.

Gegen 20 Uhr waren dann die Materialien entladen und die Einsatzfahrzeuge wieder einsatzbereit in den Dieburger Fahrzeughallen.

Eine gründliche Reinigung, die bei dem Dreck und Staub im Katastrophengebiet auch nach nur einem Tag dort notwendig ist, wurde dann am Montagabend vor dem Übungsabend durchgeführt.

Und ebenfalls montags starten die Vorbereitungen für das kommende Wochenende… wie man sieht, ein intensives, aber auch sehr erfolgreiches Engagement. 

Wie bereits im Bericht erwähnt, sind die Zustände vor Ort nach wie vor fernab von Sauberkeit. Insbesondere die Kinder, welche in der Turnhalle zumindest stundenweise den Dreck vergessen sollen und sozialpädagogisch betreut werden, tun uns jedes Mal leid. Selbst unsere Reinigungen, die wir nun jedes Wochenende durchführen wollen, sind bei dem Dreck nicht ausreichend. Zudem ist es kaum möglich, diesen teilweise mit Heizöl durchtränkten Staub mit einfachem Putzen zu entfernen. Wenn uns hier jemand mit einer gebrauchten Nasssaugmaschine oder einer zweckgebundenen Spende unterstützen kann / will, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf unter hilfe-fuer-dernau@feuerwehr-dieburg.de

Weiterhin möchten wir auch nochmals auf unser zweckgebundenes Spendenkonto DE12 5019 0000 4103 3915 93 hinweisen. Alle dort eingehenden Spenden werden zu 100% dafür verwendet, die Feuerwehr und den Ort Dernau zu unterstützen.  Hierbei fokussieren wir uns ausschließlich auf allgemeinnützige Hilfen, die einen möglichst breiten Mehrwert für die Allgemeinheit haben.

 Vielen Dank vorab für eine breite Unterstützung.