Auch in diesem Jahr konnte für ausgewählte Atemschutzgeräteträger ein Sondertermin „Heißausbildung“ angeboten werden. Hierzu traten neun Kameraden den Weg nach Gernsheim an, um auf dem dortigen Übungsgelände der Werkfeuerwehr Merck von erfahrenen Ausbildern geschult zu werden.

Nach kurzer Begrüßung mit Verweis auf die Sicherheitsregeln sowie eine Einweisung in die Anlage folgte die erste Wärmegewöhnungsübung. Hierbei galt es, die Brandentwicklung vom Entstehungsbrand zum Vollbrand mitsamt verschiedenen Rauchschichten und –arten zu beobachten und die vom Brand ausgehende Wärme wahrzunehmen.

Es folgte das Erkennen von Anzeichen einer bevorstehenden Rauchgasdurchzündung, wobei die Teilnehmer bewusst Rauchgasdurchzündungen unter verschiedenen Bedingungen ausgesetzt wurden (z.B. mit und ohne Zu- u. Abluftöffnung, schnelle und langsame Durchzündung). Dabei sollten auch die Einsatzgrenzen der Feuerschutzkleidung erfahren werden, ohne sich dabei zu verletzen.

Im weiteren Verlauf wurde nach intensivem Strahlrohrtraining ein Löschangriff durchgeführt. Dabei wurden verschiedene Vorgehensweisen im Brandraum beübt:
– Hydraulische Ventilation zur schnellen Rauchgasableitung;
– Praktische Anwendung der Rauchgaskühlung als Präventionsmaßnahme sowie
– Rauchgasdurchzündungen abwehren und bekämpfen.

Der Unterschied zwischen dem hier eingesetzten Realbrandcontainer und einer Brandsimulationsanlage verdeutlicht, wie intensiv und lehrreich die Fortbildung der Atemschutzgeräteträger für die tatsächliche Praxis ist:

Realbrandcontainer
– mit Festbrennstoff (Holz) befeuert – keine sofortige Abschaltung möglich
– kein Feuer ist identisch – starker Einfluss von Wetterbedingungen
– deutlich höhere Temperaturen
– besseres Verstehen der Vorgänge bei der Brandentwicklung und Brandbekämpfung (Sehen und Hören)

Brandsimulationsanlage
– mit Gas befeuert
– identische Brandszenarien möglich
– durch Abschalten der Gasversorgung ist das Feuer direkt aus – geringeres Risiko