Durch ein Sturmtief mit Orkanböen, die nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h aufwiesen, kam es im Stadtgebiet zu mehreren Einsatzstellen für die Freiwillige Feuerwehr.

Da die ersten detaillierten Vorabmeldungen des Wetterdienstes bereits am Freitagnachmittag vorlagen, konnten die Führungskräfte den zu erwartenden Einsatz frühzeitig planen und die wahrscheinlichsten Szenarien vorbereiten.

Hierzu erfolgte neben der Personalplanung mit fest zugewiesenen Funktionen auch eine Überprüfung der mit großer Wahrscheinlichkeit benötigten Geräte: Kettensägen mit zugehöriger Schutzausrüstung sowie Wassersauger und Absperrmaterialien wurden bereits am Sonntagmittag durch die ehrenamtlichen Kräfte auf Vollständigkeit und Funktion geprüft.

Nachdem im Hauptstützpunkt der Feuerwehr Dieburg am Sonntagnachmittag die Bürgermeister sowie Stadt- und Gemeindebrandinspektoren des Landkreises zu einer Krisensitzung anlässlich des herannahenden Orkans Sabine zusammengekommen waren, wurde die Einsatzbereitschaft im Stützpunkt aufgenommen: In der Zentrale wurde für den Einsatzfall ein Stab vorbereitet. Seit 18:00 Uhr war das Gerätehaus dauerhaft bis in die frühen Morgenstunden besetzt und auch für die Bürgerinnen und Bürger telefonisch erreichbar; mehrere Anrufer meldeten Einsatzstellen direkt bei der Feuerwehr und nicht über den Notruf.

Kleinere Einsatzstellen konnten direkt durch das im Hauptstützpunkt anwesende Personal abgearbeitet werden, wodurch ein Großteil der Einsatzkräfte noch einige Stunden Schlaf bekam.

Da der Orkan seine Spitzengeschwindigkeiten gegen 3:00 Uhr entwickelte, verursachten starke Böen mehrere Einsatzstellen im Stadtgebiet. Hierbei stellten zwei parallele Einsätze eine besondere Herausforderung für die Einsatzkräfte dar:
 
Während in der Schweriner Straße ein Baum auf ein Gebäude gestürzt war, wodurch das Dach beschädigt und Teile des Balkons abgerissen wurden, musste zeitgleich ein ebenfalls dringlicher Einsatz abgearbeitet werden: Auf der Nebenstrecke L 3094 und der nach Messel weiterführenden L 3317 waren mehrere Bäume umgestürzt. Aufgrund der umgestürzten Bäume auf weiteren umliegenden Straßen war die Gemeinde Messel von der Außenwelt abgeschnitten; somit war ein Erreichen auch für Rettungsmittel nicht mehr möglich.
 
Aus diesem Grund wurde in Abstimmung mit dem Führungsdienst des Landkreises die Priorität auf das Freischneiden der Nebenstrecke bis hin nach Messel festgelegt. Aufgrund der Dringlichkeit wurden die Arbeiten zum Zeitpunkt der gemessenen Maximalwindgeschwindigkeiten des Orkantiefs durchgeführt. In Richtung Dieburg arbeiteten sich die Kameraden der Feuerwehr Messel vor, sodass auf Höhe Ortseingang Grube Messel die Strecke freigemeldet werden konnte.
 
Insgesamt wurden annähernd 40 Einsätze abgearbeitet, welche in Zusammenhang mit dem Orkan stehen. Zeitweise waren mehr als 45 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz.
Gegen 14:00 Uhr am Montagmittag wurde die Einsatzbereitschaft im Hauptstützpunkt aufgehoben, wobei bereits um 14:23 Uhr eine erneute Alarmierung durch die Leitstelle erfolgte, da ein Baum auf der Nebenstrecke umgestürzt war.
 
Zusätzlich zu den Unwettereinsätzen musste auch das Alltagsgeschäft absolviert werden. Zweimal mussten die Kräfte am Montag zu ausgelösten Brandmeldeanlagen im Stadtgebiet ausrücken.